Baumschnitt - Expertentipps für den Garten

Im Februar und März ist die beste Zeit um Obstbäume und Blütensträucher zu schneiden, damit sie im Sommer viel Ertrag bringen und wundervoll blühen. Auf der Garten München finden Sie alles, was Sie dafür brauchen: Werkzeuge, Infos und Experten-Tipps.

Einen Fachmann haben wir für Sie schon vor der Messe getroffen und ihn nach den wichtigsten Regeln des Obstbaum-, Rosen- und Heckenschnitts gefragt: Lesen Sie in unserem Ratgeber, was Martin Bayer, Geschäftsführer der Baumschule Martin Bayer in Haar zu sagen hat.

  • Eine scharfe Rosenschere oder Obstschere mit ziehendem Schnitt für dünnere Äste und Zweige bei Sträuchern und Obstbäumen
  • Eine scharfe Säge für den Verjüngungsschnitt von Obstbäumen
  • Eine scharfe Heckenschere für Hecken und Formgehölze
  • Eine Motor-Heckenschere für einen starken Heckenrückschnitt nach längeren Schnittpausen
  • Eine Leiter nach Bedarf, dabei unbedingt auf einen sicheren Stand achten

Passendes Werkzeug gab es bei den Ausstellern der Garten München zu kaufen: Werfen Sie einen Blick in unseren Marktplatz!

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Obstbäume

Wieviel abgeschnitten werden muss, unterscheidet sich von Baum zu Baum. Kernobstbäume, wie beispielsweise Apfelbäume, werden stärker zurückgeschnitten als Steinobstbäume wie Zwetschgenbäume. Zudem unterscheidet man zwischen verschiedenen Schnittarten: dem Verjüngungsschnitt und Erhaltungsschnitt bei älteren Pflanzen und dem Erziehungsschnitt bei jüngeren Bäumen, der das Wachstum des Baums so beeinflusst, dass er die gewünschte Wuchsform erreicht.

Beim Apfelbaum kann man verschiedene Knospenarten erkennen: Frucht- und Blattknospen. Fruchtknospen sind relativ dicke Knospen, Laubknospen sind viel kleiner und sitzen eng am Ast.

Ziel des Baumschnitts ist es möglichst viel Licht in den Baum zu bekommen, dadurch die Reife des Obstes zu fördern und möglichst viele Äpfel zu ernten. Darum ist es wichtig darauf zu achten, Fruchtholz mit Fruchtknospen stehen zu lassen und das Laubholz mit den Blattknospen etwas zu dezimieren.

Die Schere wird beim Schneiden prinzipiell immer oberhalb einer Knospe angesetzt, das heißt zirka ein Zentimeter über einer Knospe wird abgeschnitten. So kann das Holz eintrocknen und später bilden sich keine Pilze.

Gerade bei Obstbäumen dürfen auch dickere Äste ausgeschnitten werden. Das bringt viel Licht im Baum und eine reiche Ernte. Wichtig ist, dass Äste, die aneinander reiben können, ebenso ausgeschnitten werden wie Äste mit Hagelschäden.

Außerdem sollte der Baum in der Höhe begrenzt werden, das erleichtert die Ernte. Ist ein Ast dicker als ein zwei Euro Stück, sollte man zur Säge greifen. Mit einer Fuchsschwanzsäge können die Äste selbst in den Astachsen im gewünschten Winkel abgeschnitten werden.

Beim Sägen wird kurz über dem Abzweig geschnitten, ein kleiner Stummel bleibt dabei stehen, damit der Ast nach dem Zurücktrocknen der Schnittstelle seine Statik behält. Wenn die Säge einen ausgefransten Schnittrand hinterlässt, muss sie mit einem Messer geglättet werden.

Obstbaumschnitt - kurz zusammengefasst:

Stehen lassenFruchtknospenrelativ dicke Knospen
Aus- und AbschneidenLaubknospenkleiner, eng am Ast sitzend
  • Schere zirka ein Zentimeter oberhalb der Knospe ansetzen und abschneiden
Äste, die aneinander reiben
  • Säge kurz über der Astgabel ansetzen, sägen und einen kleinen Stummel stehen lassen
  • Wenn die Säge einen ausgefransten Schnittrand hinterlässt, muss sie mit einem Messer geglättet werden.


Äste mit Hagelschäden
Äste, die dicker als ein zwei Euro Stück sind
Wann schneiden?Februar und März vor dem Austrieb

Rosen

Das Schneiden von Rosen ist sehr einfach: Hier gilt es Knospen zu zählen. Bei Beet- und Edelrosen bleiben nur zwei bis drei Knospen übrig, die aus dem Stock herauskommen.

Den Stock sieht man ganz unten, da wo sich die Rose verzweigt. Von unten ausgehend bleibt die erste Knospe stehen, die zweite auch und dann wird abgeschnitten. So wird mit jedem Trieb verfahren.

Bereits abgestorbene Äste werden ganz aus dem Stock geschnitten. Ist bei einem Trieb die Rinde aufgeplatzt, wird dieser bis auf die erste Knospe gekurzt, damit keine Krankheiten in die Pflanze eindringen können.

Auch bei Rosen ist wichtig, dass viel Licht durch die Pflanze geht. Durch den Ruckschnitt im Winter bilden sich schöne frische Triebe und die Rose bluht im Sommer wunderbar.

Rosenschnitt - kurz zusammengefasst:

Triebe und Knospen

An jedem Trieb vom Stock aufwärts Knopsen zählen, zwei stehen lassen, vor der dritten abschneiden

Triebe mit aufgeplatzter RindeVorsicht, Krankheitsgehfahr: Trieb bis auf die erste Knospe kürzen
Abgestorbene Äste

Ganz entfernen

Wann schneiden?Februar und März vor dem Austrieb

Formgehölze und Hecken

Der Heckenschnitt erhält und fördert die Dichte und das Dickenwachstum der Pflanze. Wenn Spitzen zuruckgeschnitten werden, bilden sich neue Seitenäste und diese machen die Pflanze mittelfristig dichter. Mit der Heckenschere werden die Spitzen von unten nach oben einfach abgeschnitten. Bei Nadelgehölzen ist darauf zu achten, dass der Schnitt nicht zu tief ins Holz geht. Wann schneiden? Von Juni bis Mitte September.

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