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Sechs Fragen an Gartenprofi Dieke van Dieken

© Mein schöner Garten

Herr van Dieken, welche Gartentrends wird uns 2021 bringen?

Auf welche Garten-Trends dürfen wir uns in 2021 freuen?

Da dürfen wir uns gleich auf mehrere interessante Trends freuen. Weil sich derzeit viel zu Hause abspielt, versucht jeder, es sich so schön wie möglich zu machen. Wohnhaus und Garten verschmelzen immer mehr, sodass Letzterer häufig zum Zimmer im Grünen wird.

Gleichzeitig werden Innenräume wieder stärker begrünt. Vor allem bei jungen Leuten stehen Zimmerpflanzen gerade hoch im Kurs und manche Wohnung wird zum grünen Dschungel. Allgemein wird mehr Wert auf die Möblierung und Einrichtung der Terrasse und des Balkons gelegt. Outdoor-Möbel, -Polster und -Kissen sind mittlerweile so stilvoll und hochwertig, dass sie theoretisch auch in jedes Wohnzimmer passen würden.

Outdoorküchen sind ebenfalls ein Trend, der noch zunehmen wird. Stand früher ein alter rostiger Grill in der Ecke, werden heute ganze Küchenzeilen auf der Terrasse aufgebaut und das Leben mehr und mehr nach draußen verlegt. Beim Thema Grillen hat sich dank moderner Geräte zudem eine Menge getan - sowohl, was die Zubereitung als auch die Vielfalt der Gerichte angeht.

Das Hochbeet - egal ob auf dem Balkon oder im Garten - eignet sich besonders gut als Nutz-und Versorgergarten: welche Kräuter empfehlen Sie hier zum Anbau und Verzehr?

Weil der Platz im Hochbeet begrenzt ist, würde ich darin in erster Linie Gemüse und Kräuter anbauen, die nicht allzu viel Raum in Anspruch nehmen. Salate lassen sich gut im Hochbeet ziehen, ebenso Kirschtomaten und Snack-Paprika, Mangold und Kohlrabi, um nur einige Beispiele zu nennen. Dagegen sind Kürbisse, Rhabarber und Kartoffeln besser in größeren Gemüsebeeten aufgehoben.

Für Kräuter sind Hochbeete geradezu ideal. Ob Schnittlauch, Petersilie, Minze, Majoran oder Bohnenkraut - die Möglichkeiten sind äußerst vielfältig. Noch ein Tipp: Platzieren Sie Ihr Hochbeet am besten in Hausnähe. So lässt sich schnell etwas ernten, was gerade beim Kochen oder Grillen als Zutat benötigt wird.

Gemüse, Salat & Kräuter

Insektenfreundliche Pflanzen erkennt man am Bienensymbol - und anbauen lässt sich die bunte Blütenpracht sogar auf kleinstem Raum!

Wie kann man einen kleinen Balkon im Frühling verschönern und zeitgleich einen Mehrwert für Insekten schaffen?

Wer meint, einen großen Garten haben zu müssen, um Insekten zu unterstützen, der irrt. Selbst auf dem kleinen Balkon kann man etwas tun. Gerade im zeitigen Frühling ist das Nahrungsangebot für Biene, Hummel und Co. begrenzt. Hier helfen Frühblüher wie Blaukissen, Steinkraut und Küchenschelle als Nektar- und Pollenlieferant. Viele Zwiebelblumen, etwa Märzenbecher, Krokusse und Traubenhyazinthen, werden nun ebenfalls als Topfblumen angeboten.

Über einen Strauß blühender Weidenzweige vom Wochenmarkt freuen sich die kleinen Flugkünstler ebenfalls. Im Sommer werden Lavendel, Thymian und Salbei zu echten Insektenmagneten. Solche mediterranen Kräuter lassen sich hervorragend in Töpfe und Kübel oder in alte Obstkisten pflanzen.

Auch beim Kauf von Sommerblumen kann man bevorzugt zu insektenfreundlichen Pflanzen greifen, was oftmals durch ein Etikett mit einem Bienensymbol gekennzeichnet ist. Zweizahn, Schneeflockenblume und Kapkörbchen werden beispielsweise gerne umschwärmt.

Etwas für unser Klima und die Umwelt tun kommt ja zum Glück nie aus der Mode: wie kann hier jeder Einzelne mit Bepflanzungen dazu beitragen?

Fürs Klima ist es grundsätzlich gut, etwas zu pflanzen, statt es auszureißen und die Fläche mit Schotter zu versiegeln! Es muss nicht gleich ein riesiger Baum sein, für den sicherlich nicht jeder den nötigen Platz im Garten hat.

Wir haben z. B. einen Zierapfel in unserem Vorgarten, der in puncto Höhe und Breite moderat bleibt. Im Frühjahr freuen sich die Bienen über die Blüten, im Sommer spendet der Baum Schatten und im Winter locken die Früchte verschiedene Vögel an. Außerdem kommen Zieräpfel erstaunlich gut mit den heißer und trockener werdenden Sommern zurecht, ebenso wie Rosen.

Durch die richtige Pflanzenauswahl lässt sich kostbares Gießwasser sparen, womit wir beim Punkt "nachhaltiges Gärtnern" und dem nächsten Trend wären. Mittels einer Regentonne kann man etwa den Niederschlag auffangen, was nicht nur günstiger, sondern für die meisten Pflanzen auch besser verträglich ist als kaltes Wasser aus der Leitung. Durch den Einsatz von Kompost und Naturdünger sowie den Verzicht auf Chemie und torfhaltige Blumenerden lässt sich im eigenen Garten ebenfalls etwas für die Umwelt tun.

Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, denn jede Pflanze ist ein wertvoller Beitrag zu Klima- und Umweltschutz!

Ultimate Gray und Illuminating harmonieren fantastisch!

Ultimate Gray und das strahlende Illuminating sind die Farben des Jahres 2021, die sich perfekt ergänzen und gute Laune verbreiten. In wie fern finden diese sich auch in der Gartengestaltung wieder?

Farbe ist natürlich immer ein Thema im Garten. Sicherlich nicht so ausgeprägt wie in der Modewelt, dennoch finden sich angesagte Farbtöne auch im Haus- und Gartenbereich wieder. Stand letztes Jahr klassisches Blau im Vordergrund, dürfen wir uns 2021 gleich auf zwei Farben freuen, und zwar auf "Illuminating" (Gelb) und "Ultimate Grey". Mit diesen Gelb- und Grautönen lassen sich schöne Kontraste schaffen, etwa indem man gelb blühende Pflanzen mit grauen Gefäßen kombiniert.

Der Einsatz von Farben beschränkt sich aber nicht nur auf die Bepflanzung, sondern spiegelt sich auch in der Dekoration von Balkon und Terrasse wider. Wer beispielsweise eine Sitzecke aus grauen Polstermöbeln hat, kann diese mit hellgelben Polstern oder Decken schmücken und liegt damit voll im Trend.

Welche Skurrilitäten, ausgefallene Trends und Raritäten haben Sie in den Gärten seit Beginn der Coronapandemie beobachtet?

Ehrlich gesagt, habe ich skurrile Corona-Erfahrungen eher in anderen Bereichen gemacht. Etwa, dass man sich mit Freunden per Computerschaltung zum gemeinsamen Biertrinken verabredet, weil die Kneipe um die Ecke geschlossen war.

Sicherlich gab es so manchen Vater, der im letzten Jahr die Gelegenheit nutzen konnte, eine Ritterburg oder ein Prinzessinenschloss im Garten zu bauen und diese besonders hübsch zu verzieren. Außerdem hat die zusätzliche Zeit daheim den Selbstversorger-Trend noch verstärkt. So werden Balkonkästen mittlerweile gerne genutzt, um darin statt klassischer Sommerblumen leckere Kopfsalate zu ziehen.

Corona-Skurrilitäten

Dieke van Dieken, selbst gelernter Gärtner, ist Redakteur und Gartenprofi bei Mein schöner Garten.

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